Die Erinnerung an Wilhelm („Willy“) Walther fand in den letzten Jahren ihren Niederschlag in verschiedenen Ausstellungen, sei es in einer digitalen Ausstellung des Stuttgarter Stefan George Archivs oder in mehreren Ausstellungen der „Geschichtswerkstatt Darmstadt“, für die der Künstler Rainer Lind eindrückliche Bildtafeln zu Leben und Werk Wilhelm Walthers gestaltet hat.
„ROSEN UND DISTELN – Geburtstagsbriefe an Stefan George“
Das Stefan George Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart zeigte aus Anlass von Georges 150. Geburtstag im Jahr 2018 eine Ausstellung mit an George gerichteten Glückwünschen aus den Jahren 1896 bis 1933.
Zu den gezeigten Glückwünschen gehört auch ein Foto von Wilhelm Walther, das er am 12. Juli 1911 mit einer Abschrift des George-Gedichts „So ich traurig bin …“ an den seinerzeit berühmten Dichter geschickt hat. Wilhelm Walther war damals 22 Jahre alt. Dasselbe Gedicht hat Walther in jener Zeit für Singstimme und Klavier vertont.
Neben dem abgebildeten Widmungsblatt mit Foto zeigte die digitale Ausstellung weitere 4 Texttafeln, in denen kurz auf Leben und Werk Wilhelm Walthers eingegangen wurde. Eine erweiterte digitale Fassung dieser Ausstellung war von 2021 bis 2025 auf den Seiten der Deutschen Digitalen Bibliothek zu sehen und ist als langzeitgesicherte Fassung weiterhin zugänglich.
In Zusammenarbeit mit der „Geschichtswerkstatt Darmstadt“ hat der Künstler Rainer Lind Bildtafeln entwickelt, die Fotos und Dokumente von Personen zeigen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfemt, verfolgt und vielfach auch ermordet wurden. Darunter auch Wilhelm (Willy) Walther.
Aus dem Begleittext zur Ausstellung: „Wer waren die, die sich aufgrund ihrer Lebensweise nicht in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ einfügten? Die sich dem Anpassungsdruck verweigerten? Der Diktatur entgegenstellten? Welche Konsequenzen hatte dies für die Betroffenen angesichts des totalen Herrschaftsanspruchs des NS-Regimes? Die Ausstellung zeigt ein Konvolut von Dokumenten. Sie belegen, wie Verfolgung, Inhaftierung und Deportation von den Behörden in Karteikarten, Rapporten, aber auch Briefwechseln und persönlichen Mitteilungen als Verwaltungsakt angelegt wurden.“ Die Ausstellung wurde seit Februar 2024 an vier Orten in jeweils leicht abgewandelter Form gezeigt: 8. Februar bis 30. April 2024 im Max-Mannheimer Studienzentrum in Dachau 19. April bis 31. Mai 2024 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt 27. August bis 20. September 2024 in der Gedenkstätte KZ Osthofen 13. November 2024 bis 20. Februar 2025 im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
„Porträtkonzert mit Werken des vergessenen Darmstädter Komponisten Wilhelm Walther, 1889-1940“
Aus Anlass des Konzertes wurden die von Rainer Lind gestalteten 8 Bildtafeln zu Wilhelm Walther vom 10. Oktober bis Ende November 2024 im Foyer der Akademie für Tonkunst Darmstadt gezeigt: