Wilhelm Walther veröffentlichte mehrere Lyrik- und Novellenbände wie die Heinrich Vogeler zugeeigneten Gestalten und Stunden (Abb. *17) oder den 1920 in Heidelberg verlegten Gedichtband Brosamen (Abb. *18), der nach seinem Erscheinen beschlagnahmt wurde. Sein von Emil Preetorius geschaffenes Exlibris zeigt ihn als Wanderer, der in die Ferne blickt; auf der Suche nach Anerkennung, einsam, ohne finanzielle Mittel und meist ohne festen Wohnort). Rainer Maria Rilke gegenüber hat er als Wohnort „auf Reisen“ angegeben. Wilhelm Walther schrieb „Verse von dunkler Süße, von seltsam-bezwingendem Klang, wie fremdländische Musik von bestrickendem Reiz, der mit Worten nicht wiederzugeben ist, dessen geheimem Zauber aber sich niemand entziehen kann, dessen Ohr offen ist auch für den leisesten und zartesten Klang. Ein Dichter eigener Art, niemandem vergleichbar!“ (Emil Böhmer, in: Wilhelm Walther: Sein dichterisches Werk (Köln 1925) (Abb.*19a-d)
(Abb. *17) “Gestalten-und-Stunden“, Gedichte von Wilhelm Walther, 1913
(Abb. *18) „Brosamen“ Gedichte von Wilhelm Walther, 1920
(Abb. *19 a-d) „Wilhelm Walther – Sein dichterisches Werk“ mit einem Text von Emil Böhmer / Werbeschrift des Paul Gehly Verlags, Köln , vermutlich ca. 1920
*Am 08.02.2024 wurde im Max Mannheimer Studienzentrum in Dachau die Ausstellung „Nonkonformität, Verweigerung und Widerstand im Nationalsozialismus in Darmstadt“ eröffnet. Zu sehen war ein Konvolut von Dokumenten, die als lose Sammlung von Fragmenten in der Ausstellung andeuten, wie die Verfolgung, Bedrohung, Inhaftierungen durch die Behörden in Karteikarten, Briefwechseln, auch Transkripte persönlicher Mitteilungen etc. als Verwaltungsakt angelegt und bewahrt wurden. Vielfältige Abbildungen und Schriftstücke, die von Schüler.Innen und Student.Innen aus Darmstadt zusammengetragen und redigiert wurden, betreffen auch Handlungsräume der Betroffenen Widerständler unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Herrschaft sowie im Kampf um Entschädigung im Nachkriegsdeutschland auf. Die Konzeption der Ausstellung und das Erstellen der Aussstellungsexponate hat Rainer Lind übernommen. Auch Wilhelm Walther wird in dieser Ausstellung mit einigen Dokumenten vorgestellt werden.